Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
In Thailand jährt sich nicht nur der Coup der Militärs zum zweiten Mal, sondern auch die schwache Position des neuen Ministerpräsidenten. Samak Sundaravej hat mit den gleichen Demonstranten zu kämpfen wie sein Vorgänger Thaksin, und wie dieser hat er auch einen Auftritt vor den Vereinten Nationen zugesagt. Als Thaksin zurück wollte, standen Panzer in Bangkok.
Vor kurzem hat Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer die Frage gestellt, wofür es denn Korrespondenten brauche, das könne auch von der Heimatredaktion erledigt werden.
In Bayern greift mal durch: Internet-TV, das im Streaming-Verfahren mehr als 500 Zuschauer gleichzeitig hat, ist genehmigungspflichtig. So beschlossen von der Bayerischen Landesmedienanstalt.
Hinsichtlich der Genehmigung von Internet-Fernseh-Angeboten sieht die geänderte Satzung eine zweistufige Unterscheidung dieser Angebote vor, wenn sie im Streaming-Verfahren verbreitet werden:- Von 500 bis 10.000 gleichzeitigen Zugriffsmöglichkeiten: Lesen Sie den Rest dieses Beitrags »
Nachdem ich einige Monate lang aus Kambodscha berichtet habe, bin ich nun ein Land weiter gereist und lebe in Saigon, genauer Ho Chi Minh City. Wie sieht es hier mit der Pressefreiheit aus und der Möglichkeit, seine Meinung auch öffentlich zu äußern? Schlecht natürlich, wenn man westliche Maßstäbe anlegt. Vietnam ist ein kommunistisches Land (oder sozialistisch, ganz wie es beliebt), und da gelten andere Regeln.
Zwei Beispiele, wie weit man nicht gehen kann: Als im April in Saigon das olympische Licht in Form der Fackel erstrahlte, gab es wie in den meisten Ländern auch Proteste. Die waren aber nicht im Sinn der Regierung, und Berichte darüber auch nicht. Ein junger Blogger namens Nguyen Van Hai hatte noch nicht einmal ein Bild gemacht und wurde trotzdem verhaftet, und zwar eine Woche vor dem Fackellauf. Der bekannte Citizenreporter wurde festgenommen, weil er angeblich zu wenig Steuern gezahlt hat.
Ich habe mich eben mal wieder über arte geärgert, weil man dort Videos nur 7 Tage lang anschauen kann – als Stream. Nicht wenige Portale machen das so: Videos kann man nur dort schauen, und sonst nirgends. Warum? Weil man glaubt, dass der geneigte Zuschauer dann auch die um das Video herumgebastlete Werbung zur Kenntnis nimmt, das Zuschauen sein läßt und den Werbelink klickt. Was natürlich Unsinn ist.
Andere Gründe können angebliche rechtliche Probleme (wenn man bei der Produktion schon an online denkt, gibt es die auch nicht) und schlicht eine Denke wie “Ich will kontrollieren, wer meine Inhalte schaut.”
In der letzten Woche hat Kollege Wanhoff schon über diesen guten alten Webhype nachgedacht und sich über die Banalitäten echauffiert, die der Strom an Mikrosendungen mit sich bringt. Sogar auf der Internet-Konferenz re-publica in Berlin wurde Twitter ganz offensichtlich zum heimlichen Star des Blogevents. Alle haben getwittert. Von ihren Handys, von ihren Notebooks oder sonstigen Kommunikationsmitteln. Manchmal haben sie auch über Twitter in echt geredet.
schorschi Gestern im G*Munich essen gewesen: Sehr nette Location mit von der Decke hängenden Kerzen. Leider sauteuer, aber auch sehr lecker. about 5 hours ago from MobileTwitter“
Ist das wichtig? Nein, aber es beantwortet die Frage “Was machst Du gerade?” Und diese Frage stellt ein Onlinedienst namens Twitter, den man getrost als die internetgewordene Banalität bezeichnen kann.
Als am 26. Februar der ehemalige Direktor des berüchtigten Tuol-Sleng-Gefängnisses in Phnom Penh, Kambodscha, von internationalen Rote-Khmer-Tribunal ECCC an den Ort seiner Verbrechen geführt wurde, war das Interesse der Medien groß. Kameraleute, Fotografen, Reporter hatten sich aufgemacht, um über Kain Khek Iev alias Dutch zu berichten. Allein, sie mussten sich damit zufriedengeben, heranrasende Polizeiautos zu beschreiben. Das ehemalige Folter-Gefängnis war weiträumig abgesperrt, Fotos waren nicht zu machen – und sind sogar verboten.
Journalisten sollen ja die Welt beschreiben wie sie ist. Nur sitzen sie meist an einem Schreibtisch, schauen sich die Agenturen an und recherchieren im Internet. Was dort nicht ist, ist nicht. Weit gefehlt. Ein Beispiel sind Landvertreibungen in Kambodscha.
Okay, nach so vielen schönen Beiträgen für JEPBLOG kann das mal passieren: Irgendwo auf dem Weg von Kambodscha nach Berlin ging der Eintrag von Thomas Wanhoff verschütt. Denken Sie bitte auch an die unterschiedlichen Zeitzonen, das Schaltjahr und natürlich den Monsun. Sowas passiert schnell.
Um aber der Statistik Genüge zu tun: Ein Link. Auf eine sehr nette Beobachtung rund um politischen Besuch aus Berlin vor Thomas Wanhoffs Haustür…
Eine konstruktiv gemeinte Antwort auf den geschätzten Markus Hofmann, der natürlich auch Recht hat mit seinen Thesen. Als ehemaliger Onliner möchte ich nur hier auch das Interesse ein wenig weg von den Spielereien hin auf die Substanz lenken. Denn der Onlinejournalist ist in erster Linie bitte immer noch Journalist, und nicht Aufhübscher von Agenturmeldeungen.
Mir wäre es lieber, wenn Journalisten in Onlineredaktionen wieder mehr recherchieren würden statt jedem Spielzeug und technisch machbaren nachzulaufen.
Die Pressefreiheit ist ein hohes, ein schützenwertes Gut. Der Preis dafür oft hoch. Das haben wir nicht zuletzt gemerkt, als wir keine Nachrichten aus Burma mehr bekamen. Das sehen wir, wenn Kollegen in Kriegsgebieten ihr Leben lassen. Doch selbst wenn die Pressefreiheit vermeintlich garantiert wird, gilt es aufzupassen. Denn bisweilen setzen sich die Mächtigen über Gesetze hinweg. So geschehen gerade in Kambodscha. Dort sahen sich Journalisten, die ins Ministerium für soziale Angelegenheiten wollten, plötzlich ausgesperrt. Lediglich mit drei Zeitungen wolle der Minister noch sprechen, der Rest bleibe außen vor. Die abenteuerliche Begründung: “Einige Journalisten, die ich hier nicht nennen mag, wollten Geld von unseren Mitarbeitern haben. Bekämen sie keines, dann würden sie unwahre Artikel schreiben und die Angestellten bloßstellen, sagten sie”, begründete Informationsminister Khieu Kanharith die Maßnahme. Nun wäre das wohl einer der seltenen Fälle in denen Staatsbedienstete zahlen sollen – in der Regel kassieren sie. Der Informationsminister bestätigte zwar, dass eine solche Maßnahme gegen das Gesetz sei, sagte aber, sie sei gleichwohl verständlich. Basta.