Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
Die Erfolgsgeschichte unserer kleinen Zeitung geht weiter. WELT KOMPAKT, die in enger Kooperation mit der Axel Springer Akademie erscheint, startet im November neu durch: Mit neuen Schwerpunkten sollen vor allem junge Zielgruppen angesprochen werden.
Gleichzeitig wird Deutschlands erfolgreichste Tageszeitungsneugründung der letzten Jahre in noch mehr Metropolregionen als Abo erhältlich sein.
Er ist als Querkopf bekannt. Als einer, der gern aneckt. Dinge beim Namen nennt. Mal provozierend, mal pragmatisch. In jedem Fall unterhaltsam.
Buschkowsky (li.) versucht dem Team zu zeigen, wo’s lang geht. (Foto: Haack)
Auf einen wie Heinz Buschkowsky (SPD) freut man sich als Gesprächpartner. Denn der Bezirksbürgermeister von Neukölln hält nicht viel von der diplomatischen Verbindlichkeit vieler Politiker. Dachte ich zumindest.
Es war ja “nur” eine Trainingswoche für Team 6, die heute im Newsroom zu Ende gegangen ist. Am Montag war mal eben Gesine Schwan Überraschungsgast, am Mittwoch sah sich jeder Journalistenschüler im Einzelinterview vor der Kamera konfrontiert mit Interviewpartnern wie ai-Generalsekretärin Monika Lüke, “Grill Royal”-Chef Boris Radczun oder Berlins Vize-Senatssprecher Günter Kolodziej.
Am Donnerstag wurde es noch eine Schippe mehr – dann gingen die Journalistenschüler für Morgenpost.TV auf crossmedialen Interview-Einsatz. Was der Crew Manuel Bewarder, Melanie Haack, Marc Lüttgemann, Tobias Manzke und Lena Obschinsky dabei gelang, muss man auch bei aller Bescheidenheit als Scoop bezeichnen: ein Exklusiv-Interview mit WM-Maskottchen Berlino. Knallhart – und ohne Worte.
Seminare, die eine ganze Woche dauern, sind wegen des Zeitdrucks an der Akademie nur den wichtigsten Themen vorbehalten, zum Beispiel Nachrichtenjournalismus, Recherchetraining, Reportagen. Und dem Interview: Gestern begann eine intensive Woche für Team 6, an deren Ende die ganze Bandbreite abgedeckt sein wird: Interviews vorbereiten, führen, allein, in der Gruppe, vor der Kamera, dahinter, schreiben, crossmedial verwerten. Zum Auftakt kam ein Überraschungsgast.
Unser jüngstes Studium generale können wir unbescheiden als Erfolg bezeichnen, mehr noch, wir haben einen Scoop gelandet: Der berühmte Fotoreporter Robert Lebeck hat unser Team vor dem Verlagsgebäude aufgenommen.
Der “Bildjournalist” bei der Arbeit: Robert Lebeck fotografiert Team 6 (Foto: Spahl)
Es war der Schlusspunkt eines ereignisreichen Tages, der für uns mit einer Fotoschule begann und mit der Begegnung mit einer Legende endete.
Große Freude bei unserem Ausbildungspartner: Die WELT KOMPAKT wird mit dem “World Young Reader Prize 2009″ geehrt. Die Jury der “World Association of Newspapers” ehrt damit in der Kategorie “Redaktion: Wegweisende Strategien für den Zeitungsinhalt” das Engagement der WELT KOMPAKT, durch innovative redaktionelle Strategien vor allem die jungen Leser stärker an die Zeitung heranzuführen.
Manches ist so banal, dass es innerlich fast schmerzt, es noch einmal zu formulieren: Die Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten heutzutage muss medienübergreifend geschehen. Oder anders gesagt: Ohne die Fähigkeit und die Bereitschaft zum mehrschichtigen und vernetzen Arbeiten geht im Journalismus nichts mehr. Zumindest nichts Zukunftsweisendes.
Das Team 6 der Axel-Springer-Akademie wird das genauso lernen und täglich mit Leben füllen wie Journalistenschülerinnen und –schüler anderswo. Und dann gehen sie in die Redaktionen, die nur danach lechzen, gut ausgebildete, crossmedial denkende neue Mitarbeiter zu beschäftigen, weil es genau daran noch ein bisschen mangelt in den Redaktionen. Logisch! Logisch?
Alle halbe Jahre wieder: Die Neuen sind da! Team 6 ist geschlossen und gut gelaunt heute früh in der Akademie angetreten. 20 neue Journalistenschüler, eine muntere Gruppe. Herzlich willkommen!
Von links nach rechts neben Jan-Eric Peters: Carolin Wilewski, Martina Nürnberg, Matthias Knoll, Jasmin Henning, Christoph Wenzel, Caroline Rudelt, Ricarda Landgrebe, Tobias Manzke, Christin Ilgner, Lukas Hermsmeier, Melanie Haack, Marc Lüttgemann, Nina Trentmann, Ben Gajkowski, Kirsten Reineke, Jens Nagler, Alexandra Kilian, Jule Bleyer, Manuel Bewarder und Lena Obschinsky
Liebe und Eifersucht an der Akademie, Journalistenausbildung bei Springer zwischen Hoffen und Bangen. Davon erzählen “Die Aufmacher”, sieben Journalistenschüler aus Team 4 und Team 3, die ihren Alltag zu einer Seifenoper verarbeitet haben. Die Idee entstand bei einem Brunch: “Unser Leben an der Akademie, das müssen wir für die Nachwelt erhalten!” Aber bitte nicht als Doku, sondern als Soap.
Diese Nachricht rauschte sogar als Eilmeldung, Priorität 4, durch die Agenturen: “Der Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider geht unter die Blogger. Heute startet der 83-Jährige seine Video-Kolumne ‘Speak Schneider!’“, vermeldete ddp. Wie bitte? Schneider, der Print-Journalist schlechthin, der schon Generationen von Journalistenschülern eine bessere Schreibe eingebläut hat, geht crossmediale Wege?
Sensation! Kein Wunder, dass auch WELT KOMPAKT dem neuesten Coup des ehemaligen WELT-Chefredakteurs einen Einspalter widmete.
Was böten sich zu diesem Bild für Wortspiele an, gebildet aus den Tags “Journalistenschüler”, “Zeitungskrise”, “Klagemauer”. Man könnte auch spekulieren, was die Israel-Reisenden von Team 2 wohl auf die Gebetszettel geschrieben haben, die Besucher in die Ritzen der Klagemauer stecken können. Oder man verzichtet einfach mal darauf und lässt das Bild wirken.
(Foto: jep)
Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen und fünfzig, um schweigen zu lernen. Ernest Hemingway
Ps.: Wenn Sie ebenfalls einen Zettel in die Klagemauer stecken wollen – das geht auch virtuell, dank der israelischen Telefongesellschaft Bezeq.
Keine Phrasen, keine Floskeln! Das sagen wir unseren Journalistenschülern jeden zweiten Tag. Aber wenn wir Felicitas “Felix” Heyden, die heute ihren letzten Tag in der Akademie und im Verlag hat, als “gute Seele” bezeichnen, dann weil es keinen besseren Ausdruck gibt. Sie war wirklich die gute Seele der Journalistenschule, seit dem ersten Tag 1986 dabei, im Verlag sogar noch länger, insgesamt 33 Jahre. Was für eine Zahl.
(Fotos: Riza Avsar)
Auch wenn Abschiede immer etwas Trauriges haben, erst recht nach so langer Zeit, ist es eine gute Zahl. Ein Wahrsager hat Felix Heyden in Hong Kong mal gesagt: Alle Zahlen und Daten in ihrem Leben, die sich durch drei teilen lassen, bedeuten etwas Gutes für sie. Insofern ist zumindest der Zeitpunkt richtig. Denn Felix ist nicht seit 33 Jahren bei Axel Springer, sondern seit 33 1/3.