19.5.2011

Was Journalisten bewirken

Helden sind Menschen mit besonders herausragenden Fähigkeiten, die sie zu hervorragenden Leistungen treiben, so steht es bei Wikipedia. Zum Beginn des Auswahlverfahrens unserer neuen Journalistenschüler für 2012 startet die Axel Springer Akademie eine Anzeigenkampagen mit dem Claim: Journalisten sind Helden.

Sind sie das wirklich? Sie können es zumindest werden, im Großen wie im Kleinen. Wenn Journalisten ihr Handwerk richtig beherrschen, wenn sie ihren Beruf mit Leidenschaft und Beharrlichkeit ausüben, dann können sie eine Menge erreichen – und dadurch manchmal die Welt ein bisschen besser machen.

Wir stellen jeweils drei Journalisten vor, aus aller Welt, junge und alte, denen Außergewöhnliches gelungen ist. Die für eine Sache stehen und zu Vorbildern unserer Branche geworden sind. Zum Beispiel der Italiener Roberto Saviano, der die Praktiken der Mafia beschrieb, Täter beim Namen nannte und seitdem versteckt leben muss. Oder der Südafrikaner Donald Woods, der in den 70er Jahren mutig gegen die Apartheid schrieb. Aber auch an Journalisten wie Kurt Tucholsky und Egon Erwin Kisch erinnert die Kampagne.

“Was Journalisten anrichten” – vor kurzem hat DIE ZEIT ihr Magazin diesem Schwerpunkt gewidmet: Wie wir Journalisten Themen verpassen, wie schlecht wir recherchieren oder Fakten verdrehen. Nichts gegen Selbstkritik, sie muss sein und findet womöglich zu selten statt. Schwarze Schafe gibt es in unserer Zunft ebenso wie in allen anderen. Aber: Warum reden wir eigentlich so oft unseren gesamten Berufsstand schlecht? Gerade in Zeiten von Blogs, Twitter, User Generated Content – alles gute und sinnvolle Ergänzungen – braucht es professionellen Journalismus mehr denn je: Verifizieren und einordnen, fundiert recherchieren – darauf kommt es an. Sollten wir uns gerade in diesen Zeiten nicht ab und zu auch an das erinnern, was Journalisten Gutes anrichten? Welche Missstände sie aufgedeckt haben?

Mit unserer neuen Kampagne wollen wir die Möglichkeiten aufzeigen etwas zu bewirken. Wenn wir nur neugierig und hartnäckig genug sind.

Reporter ist einer der spannendsten Berufe, die es gibt. Die Begeisterung für diesen Beruf wollen wir an der Axel Springer Akademie vermitteln.

Was unterscheidet unsere Ausbildung vom klassischen Volontariat? Sie verbindet die Vorteile einer Journalistenschule – nämlich individuelles, intensives Arbeiten – mit dem Praxisbezug eines Volontariats. So besteht das erste Halbjahr ausschließlich aus Seminaren und Projektarbeit mit erfahrenen Dozenten, Chefredakteuren, Reportern, Korrespondenten – aus dem eigenen Haus und vielen externen Referenten, zum Beispiel von der Deutschen Presseagentur, dem ZDF, der SZ oder der BBC. Danach können unsere Journalistenschüler in den Redaktionen des Verlags (u.a. Welt, Bild, Rolling Stone) all das umfassend trainieren, vertiefen und weiterentwickeln, was sie gelernt haben: von der Recherche über das Schreiben und Blattmachen bis zum crossmedialen Arbeiten (hier zwei Beispiele), dem Schwerpunkt unseres Programms. Abschluss der zweijährigen Ausbildung zum Redakteur ist ein Master-Kurs “Investigative Reporting” an der renommierten Columbia School of Journalism in New York, mit der wir eine exklusive Partnerschaft unterhalten.

40 junge Journalisten, die für diesen Beruf brennen, bekommen die Chance, nächstes Jahr an der Axel Springer Akademie anzufangen, verteilt auf zwei Lehrgänge. Übrigens nicht nur Deutsche. Wir bilden auch immer wieder für unsere Redaktionen im Ausland aus, zum Beispiel gerade eine junge Frau aus Moskau für “Forbes” Russland. Voraussetzung dafür ist natürlich Zweisprachigkeit. Und auch in Spanien, Polen, der Schweiz und anderen Ländern gibt es spannende Jobs bei Zeitungen und Online-Angeboten unseres Verlags.

Noch bis zum 16. Juni können sich Interessenten hier um einen Platz an der Akademie bewerben. Es gibt keine Zugangsvoraussetzungen, bis auf zwei: Talent und Leidenschaft. Man muss nicht studiert haben, aber wenn, dann freuen wir uns gerade auch über Bewerber aus wirtschafts- und naturwissenschaftlichen Fakultäten, auch über Juristen.

Nach der Ausbildung sind die Übernahmeperspektiven in unseren Redaktionen überdurchschnittlich gut – und haben wir junge Journalisten auf alle Anforderungen der digitalen Ära hoffentlich perfekt vorbereitet.

Autor: mtspahl Kategorie: Ausbildung, Zukunft des Journalismus | 1 Kommentar »

Ein Kommentar zu “Was Journalisten bewirken”

  1. Journalitsen sind Hedlen!

    [...] Im eigenen Blog der Akademie beschreibt Marc-Thomas Spahl, wie es eigentlich gedacht ist (Hinweis: [...]

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