Award für barackobama.com
“I’m about to head to Grant Park to talk to everyone gathered there, but I wanted to write to you first. We just made history.“ Mit diesen Worten bedankte sich Barack Obama in seinem Blog für seinen Wahlsieg, noch vor seiner Wahlnacht-Rede in Chicago.

Das zeigt, welchen Stellenwert das Internet in seinem Wahlkampf hatte. Sein Webauftritt www.barackobama.com gilt als ein Grund für seinen Erfolg und erhält in dieser Woche den jepblog-Award.
Hatte Deutschland mit Gerhard Schröder einen Medienkanzler, der nichts als “BILD, BamS und Glotze” brauchte, und gilt schon der wöchentliche Vodcast von Angela Merkel als innovativ, zeigte Obama in diesem Wahlkampf, was im Internet möglich ist, um Wähler zu erreichen.
Er war im Wahlkampf online allgegenwärtig, sei es auf flickr, YouTube oder MySpace. Seine Anhänger bekamen auf Wunsch einen Newsletter auf ihr Handy. Seinen twitter verfolgten mehr als 123.000 Anhänger. Auf seinem Facebook-Profil gibt er sich bodenständig, nennt zum Beispiel den Paten I und II als seine Lieblingsfilme. Auf seiner Pinnwand beglückwünschen ihn in diesen Tagen Anhänger der ganzen Welt. Informell, sozusagen von User zu User. “Congrats Mr President!!“ schreibt da zum Beispiel eine Anhängerin namens Elisabeth.
Ist diese mediale Allgegenwart nicht eher propagandistisch, manipulativ und vielleicht sogar lächerlich? Dieser Einwand, der auch angesichts von 600 Millionen Dollar Wahlkampfspenden für Obama immer wieder erhoben wurde, ist im Ansatz berechtigt. Spätestens wenn sich der Obama-Fan einen von zwölf funky Obama-Klingeltönen herunter geladen hat, steht diese Frage zur Diskussion. Es stimmt, Obamas Homepage bietet von der Onlinespende bis zum Barack TV mit Filmen des Kandidaten und der künftigen First Lady alles, was die Obamania begehrt. Sie ist dennoch ein positives Beispiel für moderne Wählerkommunikation.
Der US-Wahlkampf zwischen McCain und Obama ist aus vielen Gründen historisch genannt worden, einer davon ist die Rekord-Wahlbeteiligung von 66 Prozent. Obama überzeugte 68 Prozent der 19-29jährigen. Viele junge Wähler haben bei dieser Wahl zum ersten Mal ihre Stimme abgegeben, weil sie das Gefühl hatten, dass diese Wahl auch für sie von Bedeutung ist. Das ist auch Obamas Offenheit in der multimedialen Kommunikation zu verdanken. Er nutzte seine Homepage zur Selbstdarstellung, Information und Kommunikation. Seine Community umfasste mehr als eine Million Mitglieder. Die Begeisterung für Obama hat viele Gründe, einer davon ist, dass es ihm gelang, seine Wähler dort abzuholen, wo sie stehen.
Karen Merkel
Autor: student Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | Keine Kommentare »

