Axel Springer Preis 2008
Abgerechnet wird zum Schluss. So sagt es der Volksmund. Bei der Verleihung des 17. Axel Springer Preises für junge Journalisten war das anders. Schauspieler-Legende Klaus Maria Brandauer stellte gleich zu Beginn seiner Eröffnungsrede klar. “Ich bin da – jetzt wird abgerechnet.” Aber die Drohung war dann doch kein kompletter Veriss des Berufsstandes. Vor allem appelierte Brandauer an das Verantwortungsbewusstsein der Journalisten. Und gab dem Nachwuchs drei Schlagwörter an die Hand: Macht, Moral und Mündigkeit. Für den Weltstar ist im Journalismus aber vor allem eine Eigenschaft wichtig: Die Leidenschaft. Diese zeigten die diesjährigen Preisträger bei ihren Arbeiten in jedem Fall.
Riesenjubel gab es bei den Volontären der Axel Springer Akademie. Team 2 fand in der besonders heiß umkämpften Kategorie “Internet” eine lobende Erwähnung für ihr Projekt Spree Aviv. Besonders groß war der Applaus bei den Kollegen von Team 3, für die die Auszeichnung des Vorgängerjahrgangs auch ein Ansporn ist.
Bei der diesjährigen Preisverleihung zeigte sich, dass die Maxime des Hauses Springer – “Online First” – Früchte trägt. Erstmals bewarben sich in der Kategorie “Internet” mehr Journalisten als im Bereich “TV”. In der Kategorie “Print” wurden diesmal besonders viele Absolventen der Axel-Springer-Journalistenschule ausgezeichnet, darunter Julian Reichelt, Chefreporter der Bild, der für eine einfühlsame Reportage über den Alltag der US-Tuppen in Afghanistan den ersten Preis in der Kategorie “Überregionale/Nationale Beiträge” gewann.
Barbara Hardinghaus, die inzwischen im Gesellschaftsressort des SPIEGEL arbeitet, bekam für ihre Reportage “Der Fremde” in der Kategorie “Wochen-/Monatspublikationen” ebenfalls Gold. Aber es wurden auch noch weitere Absolventen der Axel Springer Schule ausgezeichnet: Eine lobende Erwähnung fand Özlem Topcu für den Beitrag “Hauptschüler und Migrant – und welche Chancen hast du dann?” im Hamburger Abendblatt. Christian Putsch konnte ebenfalls eine lobende Erwähnung einheimsen, für seine Reportage “Simbabwe: Reise durch ein ruiniertes Land” , erschienen in der Welt. Nach dem offiziellen Teil hatten die Preisträger und die rund 250 Gäste die Möglichkeit, am Buffet das auszuleben, was für Klaus Maria Brandauer zu den Tugenden eines Journalisten gehört: Das Bedürfnis zu kommunizieren.
Julian Reichelt erzählte, dass er sich schon seit seiner Zeit als Volontär für den Axel Springer Preis beworben hatte. Dass er die begehrte Trophäe nun in den Händeln hielt machte ihn sichtbar stolz, auch wenn er in diesem Jahr am wenigsten damit gerechnet habe.
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Auch Barbara Hardinghaus war die Freude über die Auszeichnung ins Gesicht geschrieben:
Für die Juroren war es vor allem wichtig, dass die Preisverleihung ganz den Preisträgern gewidmet war. Michael Hanfeld, Sprecher der Print-Jury: “Das ist der Abend der Autoren, die wir auszeichen. Die Jury freut sich.”
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BILD-Politik-Chef Oliver Santen: “Der Abend ist toll. Man kann mit alten Kollegen, mit neuen Kollegen und mit künftigen Kollegen plaudern und den neuesten Klatsch aus den Kursen austauschen.”
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Das taten dann auch alle anwesenden Jahrgänge bei gelöster Stimmung. TV-Jurorin Bettina Schausten über den Abend: “Es ist eine der schönsten Preisverleihungen, die ich im Vergleich kenne.”
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Auf jeden Fall war sie Ansporn für junge Journalisten, auch einmal oben auf dem Treppchen zu stehen. Denn der Abend versprühte, was Akademie-Direktor Jan-Eric Peters als “viertes M“ zu den anderen hinzufügte: Magie.
Alle Preisträger im Überblick: www.axel-springer-preis.de
Sarah Maria Brech / Pablo Silalahi
Autor: student Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | 1 Kommentar »

Am 14. Mai 2008 um 11:09 Uhr
[...] in Osnabrück, für die Team 3 im kommenden Jahr sicher den Pulitzerpreis, wenn nicht gar den Axel-Springer-Preis gewinnen wird. Jetzt geht’s aber erstmal los zur Konferenz von WELT [...]