11.2.2008

Hier bloggt der SCOOP!

Ecuador ist ein gutes Land. Ich hab zwar nur das Dorf Mindo gesehen und ein wenig die Hauptstadt Quito, aber alle Ecuadorianer, die ich getroffen habe, waren freundliche, dezente und sehr angenehme Menschen. Kein penetrantes Gebettel, niemand wollte uns ungefragt etwas verkaufen.

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In Mindo, dort, wo die erste Geschichte des ersten Heftes von Humanglobaler Zufall spielt, gab es einen interessanten Kontrast der Lebendigkeit.

Wir kamen zum Karneval-Wochenende, die Touristen verstopften das 2.500-Seelen-Dorf, überall war was los: Den reißenden Fluss ritten sie kreischend auf zusammengebunden Treckerreifen hinab (Tubing), über die Urwaldschluchten flogen sie, ebenfalls kreischend, an gespannten Drahtseile entlang (Canopy). Und als die Touristen am Montag das Dorf verlassen hatten, feierten die Mindenos auf ihre Art, touristenuntauglich. Mit Wasser fing alles an. Jeder wurde nass gemacht, dann kamen Mehl und Eier hinzu, einmassiert in die Haare. Ein astreiner Brotteig, der jedem Shampoo noch tagelang stand hielt. Ins Gesicht bekamen wir Achiote geschmiert, eine Frucht, die herrlich rot färbt, waschecht.

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Der Mob zog durch die Straßen und hat jeden verwüstet, der ihnen in die Quere kam. Und als keiner mehr kam, sind sie von Haus zu Haus gezogen und haben die Leute, auch Kommunalpolitiker, aus ihren Häusern gezogen und eingeschmiert. Bis das ganze Dorf aussah wie Schwein und die Sonne untergegangen ist. Klatschnass und eingeteigt tanzte das Dorf dann noch bis in die Nacht auf Mindos Straßen. Die waren dann bis zum nächsten Wochenende wieder wie ausgestorben, nur hier und da schlich ein Köter um die Häuser. Die Köter wurden beim Karneval übrigens auch nicht verschont, aber sie nahmen die Sache praktisch und leckten hinter dem Mob die Straßen sauber: lecker Mehlwasser und verkleckertes Ei.

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lecker Meerschweinchen…

In Quito gab es dann auch eine ecuadorianische Spezialität, die vor allem im Hochland verbreitet ist: Gegrilltes Meerschweinchen (Cuy). Viel ist nicht dran, die Haut ist wie aus dickem Gummi, aber an die Schenkelchen waren recht lecker. Und am Rücken, da sind sie besonders zart…

Dennis Buchmann

Autor: Gastblogger Kategorie: A bis Z, Ausbildung, Zukunft des Journalismus | 5 Kommentare »

5 Kommentare zu “Hier bloggt der SCOOP!”

  1. ta

    Buchmann, Du Armer. Ecuador, da schaudert’s einen.
    Im Newsroom im 14. Stock ist es viel besser. The place to be.

  2. dried

    Ecuador? Oder doch Köln? Das hört sich irgendwie nach Rheinland an. Auch kulinarisch!
    Aber nein, die Menschen waren ja angenehm und dezent und freundlich.

  3. Nora

    …Wie die Rheinländer eben. Der Karnevalsmob rottet sich vor dem großen Absturz in Bergheim zusammen. Das weiß doch jeder!
    Boah, Dennis, das Foto!!!! Gegrillte Schmusetiere – schöner Anblick

  4. jepblog » Blog Archive » Award der Woche für: Humanglobaler Zufall

    [...] Sie erinnern sich an den Ideenwettbewerb SCOOP!? Natürlich erinnern Sie sich daran und daran und daran. Meilensteine einer jungen [...]

  5. jep

    http://www.axel-springer-akademie.de/blog/2008/04/18/award-der-woche-fur-humanglobaler-zufall/

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