Hier wird über Journalismus diskutiert, über Medienthemen von A bis Z, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zukunft der Branche. Diskutieren Sie mit!
Manchmal liege ich nachts wach und denke an Aufmacher. Dazu muss ich erklären, dass ich seit Wochen an nichts anderes denke, als an Aufmacher. Woche 8 in der Akademie, und ich weiß nicht, wie ich je eine Zeitung in der Hand halten konnte, ohne sofort eine komplette Blattkritik durchzuführen. Das sollte mich nachdenklich stimmen, aber Freunden kann man diese neue Eigenschaft als total verrückten Medien-Spleen aus der Hauptstadt verkaufen.
Will man diesen Spleen weltumspannend weiterentwickeln, bietet das Washingtoner Medienmuseum “Newseum” das notwendige Rüstzeug: Alle großen Titelseiten der Welt auf einen Klick. Von der Daily News&Analysis in Mumbai über den Correo Cusco bis hin zum Blik aus Kiew. Das Front Pages Archive macht es möglich: Täglich 602 Titelseiten aus 52 Ländern zur Ansicht. Was für ein Service. Und wenn dieser Service weder ein Log-In, noch sonst ein obskures Newsletter-Abo erfordert, hat er sich den JEPBLOG-Award redlich verdient.
Große Journalisten-Karrieren beginnen oft im Kleinen – bei einer Schülerzeitung. Morgen werden an der Akademie die besten Schülerzeitungen Deutschlands gekürt, dann tagt hier die Bundesjury des “Schülerzeitungswettbewerbs der Länder”.
Wir sind der neue offizielle Medienpartner und Hauptsponsor
des größten Wettbewerbs dieser Art.
“Die Väter des Erfolges”: Mathias Döpfner mit Magister Josef Propst (links), Thomas Schmid,
Jan-Eric Peters, Peter Würtenberger, Christoph Keese, Carsten Erdmann, Ulrich Lingnau
Vor fast genau 10 Jahren trat Mathias Döpfner bei der “Welt” als Chefredakteur an. Sein “vielleicht naiver Traum”: Die Zeitung, seit Jahrzehnten am Tropf des Verlages, nicht nur publizistisch, sondern auch wirtschaftlich zum Erfolg führen. Heute hat sich dieser Traum erfüllt. “Die Welt-Gruppe schreibt zum ersten Mal schwarze Zahlen”, sie verdient Geld (einen hohen einstelligen Millionenbetrag) und steht nun auch wirtschaftlich auf eigenen Beinen.
Die Akadamie war mit der Videokamera dabei, als Döpfner Redaktion und Verlagsmannschaft heute vormittag Punkt 11 Uhr im Newsroom der Welt-Gruppe mit der guten Nachricht überraschte, den Mitarbeitern dankte – und ein neues Ziel für die nächsten zehn Jahre setzte.
P.S. Kurzer Nachtrag: das Video von der Party. Mit besten Wünschen an Romanus Otte für eine ruhige Hand und der Empfehlung, vielleicht einen kleinen Kurs an der Akademie…
Journalisten sollen ja die Welt beschreiben wie sie ist. Nur sitzen sie meist an einem Schreibtisch, schauen sich die Agenturen an und recherchieren im Internet. Was dort nicht ist, ist nicht. Weit gefehlt. Ein Beispiel sind Landvertreibungen in Kambodscha.
Catch as catch can: Niggemeier und Broder im Clinch.
Montage: Tom Uecker; Fotos: Pilick/news_aktuell, pp/zi, ks/lrei
Ich will mir Stefan Niggemeier und Henryk M. Broder nicht nackt vorstellen, um Gottes Willen NEIN, nicht mal halb nackt im Tangaslip, aber so ein bisschen erinnern mich die beiden an aufgegeilte Schlammcatcher. Seit Monaten bewerfen sie sich verbal mit Dreck – eine saubere Schmutzkampagne, astrein formuliert. Der eine schreibt übers “Gehirnfasten mit Henryk M. Broder”, und das gleich als Serie, der andere von “Schweinchen schlau”, dem „Schmock“ und “Sesselpupser”. Wortakrobaten in Hochform. Der vorläufige Höhepunkt, Licht aus, Spotlight an: Broders Polemik “Die Laus, die brüllte”, “mit freundlicher Genehmigung des Autors” heute auch in der “Welt”. Lesen Sie, lachen Sie!
Worauf achten Sie bei einem Menschen als erstes? Zu dieser Frage hat es schon unzählige Studien und Befragungen gegeben. Und wohin die Blicke auch schweifen mögen, letztendlich kommt am Gesicht niemand vorbei. Es ist der Spiegel unserer Seele. Und sogar mehr: der Spiegel unseres gesamten Organismus. Ganz abgesehen von kosmetischen oder operativen Korrekturmöglichkeiten: Das Gesicht kann niemanden betrügen. Es zeigt, was es zeigen muss. Wir lassen es lachen und leiden, wir runzeln und falten es. Das Gesicht verrät viel über unseren Zustand und die Zeichen des gelebten Lebens Es ist ein Unikat, das sich im ständigen Wandel befindet. Und wir betrachtes es jeden Tag im Spiegel. Aber ist Ihnen aufgefallen, wie sehr es sich verändert? Meist wird uns das erst im Nachhinein bewusst. Etwa, wenn wir alte Fotos von uns anschauen. Oder Videoaufnahmen.
Von genau diesem langsamen Alterungsprozess, den wir kaum wahrnehmen, ist der Amerikaner Noah Kalina fasziniert. Viel mehr vom eigenen eigentlich. Und zwar so sehr, dass er die ganze Welt daran teilnehmen lässt.
Medienrevolution. Untergang. Auferstehung in der schönen, digitalen Welt. Was passiert da eigentlich? Zehn lesenswerte Essays und (Blog-)Beiträge, die sich mit der Frage beschäftigen, mit welchen Veränderungen der Journalismus durch das Internet konfrontiert wird. Und was zu tun ist, um online zu überleben.
Die Kombination von Russland und Pressefreiheit weckt nicht nur bei Nachwuchsjournalisten die große Neugier. So fanden sich zur Podiumsdiskussion “Russland vor den Wahlen – Welche Rolle spielen die Medien?” neben vielen Studenten aus Team 3 etwa 120 weitere Interessierte im Haus der Presse ein. Gleich vier russland-erfahrene Medienmacher hatten der BDZV und “Reporter ohne Grenzen” eingeladen. Doch leider enttäuschte die Veranstaltung: Man erfuhr kaum Neues.
Wir alle kennen und lieben ihn: unseren kleinen Mikrokosmos. Er ist pflegeleicht, passt sich unseren Bedürfnissen an und ändert sich nur selten. Ab und zu ein neuer Kollege, neue Bekannte oder ein hübsches Mädchen, das Blogger total erotisch findet. Auf jeden Fall bleibt es überschaubar.
Allerdings sieht das anders aus, wenn man zum Beispiel Gott ist. Der Kosmos ist um einiges größer und all die neuen Menschen, die in allen Ländern der Welt geboren werden oder sterben. Da kann man schon mal den Überblick verlieren…
Unser Reisebus erinnert an einen Red-Eye-Business-Flieger von Berlin nach Frankfurt: die Passagiere sind müde und alle lesen Zeitung. Aber für unseren Besuch bei der BILD-Zeitung in Hamburg wollen wir schließlich gut vorbereitet sein. Denn neben dem Treffen mit BILD-Chef Kai Diekmann steht auch ein Hintergrundgespräch der BILD-Redaktion mit der mächtigsten Frau der Welt, Angela Merkel, auf dem Programm.
Die deutsche Volkskrankheit heißt nicht Bluthochdruck sondern demographischer Wandel. Zum Hintergrundgespräch an die Axel Springer Akademie kam Dr. Harald Michel, Geschäftsführer und Gründer des Instituts für Angewandte Demographie. Seine erschütternde Diagnose: Das deutsche Volk stirbt aus. (Foto: Kristin Schulze)
(Offizielle Vorwarnung: Es folgt ein Beitrag, den man leicht in die Serie “Früher war alles besser” einordnen könnte. Das wäre aber ein Trugschluss. Trotzdem, Sie haben jetzt noch die Gelegenheit, auszusteigen).