Award für “craigslist”
Der JEPBLOG-Award geht diese Woche an www.craigslist.org, die ultimative Seviceseite aus den USA.

Meine Begründung: “Craigslist” ist ein elektronischer Markt für Kleinanzeigen, den es offiziell in 450 Städten der Welt gibt. Ob Auto, Wohnung oder Stellenmarkt: “Craigslist” vereint diese und viele weitere – meist kostenlose – Rubriken auf nur einer Seite. Mit Erfolg: Unter den meistgenutzten Websites in englischer Sprache steht “Craigslist” an siebter Stelle, kurz hinter Ebay.
Back to the roots! Das in Zeiten der Medienkrise todgeweihte Anzeigenblatt lebt wieder – zumindest im Internet. Wo hierzulande Internetportale wie Auto- oder Immobilenscout und nicht zuletzt Ebay der guten alten “Annoncen AVIS” oder dem “Reviermarkt” im letzten Jahrzehnt den Rang abliefen, freut man sich im englischsprachigen Raum heutzutage über eine Web-Site, die alles vereint.
Mit “Craigslist” lebt die einfache Form der Anzeigenpräsentation wieder auf. Wer “Craigslist” öffnet, fühlt sich in die Zeiten zurückversetzt, in denen einmal wöchentlich das heimische Anzeigenblättchen studiert wurde.
Die Seite ist einfach gebaut: nur Text, keine Animation, kein Schnick-Schnack. Auch in den Anzeigen selbst gibt es kaum Bilder. Dafür – entgegen allen Differenzierungstendenzen im Web – wieder alles unter einem Hut. Und zwar schnell und effizient. Ein Konzept, mit dem “Craigslist” zum größten elektronischen Anzeigenmarkt der Welt geworden ist.
Der Haken: “Craigslist” gibt es bisher nur in englischer Sprache. Hierzulande ist der digitale Anzeigenmarkt weitgehend unbekannt. Zwar gibt es “Craigslist” derzeit auch für acht deutsche Städte. Das relativ übersichtliche Angebot auf diesen Seiten wird jedoch fast ausschließlich von Engländern und Amerikanern genutzt.
Meine Prognose: Das Unternehmen, das 1995 in San Francisco von Craig Newmark gegründet wurde und heute 24 Mitarbeiter beschäftigt, ist ein schlafender Riese. Wird das Angebot – wie geplant – bald auch in anderen Sprachen präsentiert, wird aus dem mittelständisch betriebenen Unternehmen in absehbarer Zeit ein Milliardenbetrieb, der dann in der Liste der meistgenutzten Websites vor Ebay steht. Das Anzeigenblättchen kommt dann zu uns zurück. Nur Online.
Alexander Holzapfel
Autor: student Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | Keine Kommentare »

