14.6.2007

YouTube disst Sarkozy

…so jedenfalls würde es vermutlich Elysee darstellen, wenn es denn einen offiziellen Kommentar aus dem französischen Präsidentenpalast gäbe. Es geht um diesen Auftritt von Nicolas Sarkozy in Heiligendamm, der nun schon einige Tage zurückliegt:


WordPress Video Plugin

Journalistisch spannend daran ist inzwischen weniger die Frage, ob Kohlensäure, Stress oder Alkohol zur besonderen Performance beigetragen haben, sondern mehr, warum die französische Presse nur höchst zurückhaltend berichtet.

WELT-Korrespondent Jochen Hehn schreibt aus Paris, dass der Auftritt vom belgischen Fernsehen thematisiert worden sei. Die französische Presse halte sich dagegegen zurück: “‘Wir sind in Frankreich’, lautet der vielsagende Kommentar eines Journalisten. Als Innenminister ging Sarkozy nach Aussage von Redakteuren mehrfach gegen unliebsame Berichterstatter vor.”

Vielleicht liegt das Pew Research Center doch richtig mit seiner Prognose, Bürgerjournalisten und Blogger seien die Zukunft des Journalismus. Denn bei YouTube existieren mittlerweile unzählige Versionen des Videos, das millionenfach abgerufen worden ist. Und zumindest in den Online-Foren der französischen Presse kommt die Diskussion allmählich doch in Gang. Was wäre allerdings gewesen, wenn das Video nicht den Weg ins Web genommen hätte?

Autor: amayer Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | 2 Kommentare »

2 Kommentare zu “YouTube disst Sarkozy”

  1. elie

    Na, was wäre dann schon gewesen ? nichts. So ist ja auch nicht wirklich was gewesen. Oder ist der Clip von irgendeiner – womöglich journalistischen- Relevanz ? Bei aller Liebe zum Amusement….

  2. AM

    Lieber Elie,

    einfach mal das Posting genauer ankucken: Es geht ja eben nicht um den Inhalt des Videos und ein damit etwaig verbundenes Amusement. Sondern – siehe den Artikel von Jochen Hehn – um die “Schere im Kopf” bei einigen französischen Journalisten. Und diese Wette gehe ich ein: Ihre Qualitätsmaßstäbe in Ehren – aber die waren nicht der Hauptgrund für das Nicht-Berichten.

Einen Kommentar schreiben