11.1.2007

Wer wird die neue Christiansen?

Günther Jauch macht’s nicht. Nach monatelangem Hin und Her hat er jetzt abgesagt, den Politiktalk von Sabine Christiansen am Sonntag abend zu übernehmen. “Dabei war der Vertrag schon komplett ausverhandelt, als die ARD mit Nachforderungen kam”, sagt Jauch. Jetzt bedauern alle, die ARD, Jauch… Wer soll’s machen? Wir warten gespannt auf Vorschläge.

Autor: jep Kategorie: A bis Z | 19 Kommentare »

19 Kommentare zu “Wer wird die neue Christiansen?”

  1. Ansgar Mayer

    Wie hatte Jauch dereinst in einem Interview gesagt: „Eigentlich sollte ich es so machen wie der Kollege Harald Schmidt, der vor seinem Wechsel zur ARD lange Zeit auf einer Kreuzfahrt weilte.” So gesehen könnte Jauch jetzt erstmal mehrfach die Welt umsegeln.

    Zur Nachfolgefrage: Da alle an Frank Plasberg denken, zwingt die Originalität zu Alternativen. Streuen wir also die Spekulation: Die ARD versucht, Claus Kleber zurückzuholen; als Alternative fürs “heute journal” stünde beim ZDF Steffen Seibert zur Verfügung.

  2. Christian Breuer

    Auch mein erster Gedanke war “Harald Schmidt” – nicht als Nachfolger für Christiansen, versteht sich, sondern bezüglich der Vertragsverhandlungen. Und wer mitbekommen hat, wie Christoph Daum zurück zum FC gekommen ist: vielleicht bedauert die ARD ja doch so sehr, dass sich Jauch überreden lässt – ob er damit gut beraten wäre, lasse ich hier mal offen.

    Ein Nachfolger also soll her. Natürlich denken alle an Plasberg – und wer gestern Hart aber Fair gesehen hat weiß auch, warum -, aber warum sollte er deshalb nicht genommen werden? Gerade die ARD schert sich doch selten um die “Zwänge der Originalität”.

    Schade, dass Christine Westermann inzwischen sehr auf ihre Zimmer-Frei-Rolle festgelegt ist – sie kann oder konnte ja auch ganz anders.

  3. Ansgar Mayer

    @ Christian Breuer:

    Sollte man der ARD wirklich die Performance des 1. FC Köln wünschen? ;-) Und zu Frank Plasberg: Er war schon einmal vergeblich im Rennen, weil ihm in der ARD die nötige Prominenz abgesprochen wurde. Plasberg würde sicherlich nach wie vor gerne ins Erste – aber traut sich die ARD, ihn jetzt noch mal zu fragen?

  4. Christian Wölfel

    “Ohne Jauch geht es auch”, sagt heute SWR-Intendant Peter Voß. Recht hat er. Und wer Stern-TV in den vergangenen Jahren verfolgt hat, versteht auch sehr gut, warum Jauch bei der ARD unbedingt dem Bereich Unterhaltung zugeordnetet werden wollte – wie übrigens ja auch zu Recht Christiansen.

    Eigentlich sollten sich die Intendanten freuen, dass sie jetzt ein bisschen Geld sparen und zugleich die bessere Alternative für den Sonntagabend im eigenen Haus haben:

    Frank Plasberg mit “hart aber fair”, wie Christian Breuer richtig schreibt und was Peter Voß nun auch vorgeschlagen hat. Diese Sendung gehört nicht zur Unterhaltung, sondern ist meines Erachtens die einzig wirkliche Politik-Talk-Show. Denn dort bleibt Blödsinn eigentlich nie unwidersprochen – und das fehlt bei Christiansen total. Nur Mut, liebe ARD!

  5. Thomas Wanhoff

    Wozu brauch es eigentlich noch einen Moderator? Die Eingeladenen beantworten ohnehin die Fragen nicht, die man ihnen stellt. Also wird das Eingangsstatement ausgelost oder von den Zuschauern ein Moderator bestimmt, dann hat jeder fünf Minuten Redezeit und schließlich wird diskutiert, bis der Aufnahmeleiter abwinkt.

  6. Christian Breuer

    Naja, Plasberg hat gerade der ddp zu Protokoll gegeben, dass er grundsätzlich bereit ist bzw. sich über eine Nachfrage der ARD freuen würde.

    @Thomas Wanhoff: Gerade das macht ja den Reiz von Plasberg aus. Wenn man ihn so weitermachen lässt wie bisher würde vielleicht mal wieder eine gewisse Diskussionskultur ins Fernsehen kommen. Viel schlimmer geht es eh nicht mehr.

  7. Ansgar Mayer

    Super: PLasberg kommt und die Politprominenz geht. Im Dritten kann man sich ja vielleicht eine Blöße geben. Aber im Ersten von Plasberg vorgeführt werden?

  8. Christian Wölfel

    @Ansgar Mayer:
    Ich denke nicht, dass die gesamte Polit-Prominenz verschwindet: Vielleicht die Westerwelles, Roths und Lafontaines. Aber immerhin bietet Plasberg doch dann denen, die eine vernünftige, sachorientierte Diskussion führen wollen, die wirkliche Chance, sich zu äußern. Und ich könnte mir vorstellen, dass es dafür auch ein Publikum gäbe.

  9. Dr. Marcus Nicolini

    Außerdem ist es ja auch für Politiker die Chance, sich mit und an Frank Plasberg zu messen und sich dadurch beim Publikum Respekt zu verschaffen. No risk, no sucess…

  10. Julien Wolff

    Seit langer Zeit gefiel mir heute mal wieder die Kolumne von Franz Josef Wagner: Jauch ist nicht so wichtig.

  11. jep

    Unter http://www.sueddeutsche.de/app/service/voting/do/index.html/475 wird noch ein anderer Name ins Spiel gebracht: Claus Strunz (“Was erlauben Strunz?”, N24) steht nach Plasberg und Maischberger auf Platz drei der Hitliste.

  12. Ansgar Mayer

    @ jep:
    Bereits einen Platz dahinter folgt derzeit Sarah Kuttner… Claus Strunz wäre eine sehr spannende Idee – aber lässt die ARD den Chef der größten Sonntagszeitung auf diesen Sendeplatz (Stichwort “Werbung”)?

  13. Christian Wölfel

    Vielleicht sollte die ARD erst einmal grundsätzlich darüber nachdenken, ob es ein zweites “Sabine Christiansen” auf dem Sendeplatz am Sonntagabend geben soll. Denn daraus ergibt sich dann auch die Personalauswahl. Denn wird weiter im selben Stil diskutiert, sind Strunz und Maischberger eine Alternative. Ich persönlich fände aber “hart aber fair” spannender. Denn dann gibt es eben nicht nur jede Menge Parteiwerbung und Idelogie-Gerede, sondern auch Fakten.
    Dritte Alternative – die ARD-Standardlösung: Einfach ein neues Unterhaltungsformat erfinden und Jörg Pilawa moderieren lassen!

  14. Kaetan Bendig

    Fritz Pleitgen hat scheinbar Michel Friedmann ins Gespräch gebracht… Unfassbar!

  15. Burkhard Schäfers

    Johannes B. Kerner hat ja vor einiger Zeit sein Interesse an der Moderation einer politischen Talkshow bekundet.
    Vielleicht gibt es demnächst Personalwechsel zwischen den Öffentlich-Rechtlichen. (Was ist mit Maybrit Illner?)
    Bleibt die Frage, ob man Kerner ein solches Sonntagabend-Format zutraut und was ihm die ARD ergänzend anbieten könnte.

  16. Christian Breuer

    Kerner? Kochshows mag er ja moderieren können – da sehe ich ihn sogar gerne – aber “Schuster bleib bei Deinen Rappen”. Ich jedenfalls traue ihm keinesfalls ein kritisch-politisches Format zu, wobei wir aber wieder bei der grundsätzlichen Frage wären: täte die ARD gut daran, mal einen mutigen Schritt zum wirklich politischen Gespräch zu wagen oder soll es weiterhin eine Promo-Plattform für Politiker bleiben? Dann mag Kerner in Frage kommen, aber ich habe noch Hoffnung auf eine kleine Reformation des poltischen Fernsehmarktes. Zumal es spannend werden könnte, wenn die Legislaturperiode ihren zeitlichen Zenit überschritten hat und es dann wieder richtig knirscht.

  17. Christian Wölfel

    @Christian Breuer:
    Diese Hoffnung habe ich auch. Kerner wäre ja fast noch schlimmer als Christiansen. An den Töpfen lasse ich mir ihn ja noch eingehen. Und er soll meinetwegen auch mit Stars und Sternchen über deren neue Filme, Bücher oder CDs plaudern. Aber nicht mit Politikern.
    Im vergangenen Jahr hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, Kerner im Gespräch mit Markus Söder auf einer CSU-Veranstaltung zu erleben. Er kann es nicht und es wird auch nicht funktionieren.

  18. Ansgar Mayer

    Bei Kerner ist eher anzunehmen, dass er mit einem eher U-lastigen Format am Sonntagabend in Konkurrenz zu einem möglichen Frank Plasberg im Ersten tritt. Hat Sat.1 zuletzt mit Bettina Rust versucht, wenn auch mit etwas kurzem Atem.

  19. Detlef Korus

    Da hat die ARD ein derartiges Pfund: das Monopol auf den Stammplatz der p o l i t i s c h e n Talkshow am Sonntagabend (weil alle anderen Sender pennen) – und keinen passenden Kopf dazu? Ohne Jauch geht’s auch, eiwohl, aber warum dann wochenlang Diskussion um – ausgerechnet – Jauch, Kerner, Beckmann? Höchste Zeit, daß der öffentlich-rechtliche Rundfunk statt auf Weichspül-Nettigkeiten à la Christiansen (Mullah-TV) wieder auf journalistisch-unabhängige Kompetenz setzt, die sich nicht immer nur das Wort abschneiden läßt! Neue Zeit, neuer Kopf bitte!

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