24.4.2012
Dunkler Anzug, Stechschritt, nato-grün-braune Krawatte, ernstes Gesicht. Kurz überlege ich: Habe ich mir Thomas de Maizière so vorgestellt? Eigentlich nicht. Ich dachte der Verteidigungsminister wäre in seinem Auftreten ruhiger. Schon respekteinflößend, klar, keine Frage. Und doch irgendwie anders. Dieser Mann vor mir wirkt auf mich eher wie ein Oberfeldwebel. Und ich komme mir vor, als wäre ich mit 20 Journalistenschülern zum Abend-Appell in der Axel Springer Akademie angetreten.

“Rühren!” – Verteidigungsminister Thomas de Maizière zu Gast bei Team 11
Ich hatte mir das Gespräch mit dem Minister so vorgestellt: Er verschlossen, absoluter Profi. Wir ehrgeizig, versuchen hartnäckig zu bohren, Neues herauszukitzeln. Einem ehemaligen Bundesinnenminister und jetzigen Verteidigungsminister macht man so schnell nichts vor – bei der Vita de Maizières…
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29.3.2012
Elfte Woche, der Grundkurs in der Akademie ist fast zu Ende. Eine spannende, aber auch jetzt schon fordernde Woche – immerhin produzieren wir in dieser Zeit gleich zwei Testzeitungen. Der Abo-Titel hat uns einen Tag zuvor bereits einiges abverlangt. Auch mir, durfte ich mich doch für einen Tag Chefredakteurin der fiktiven Berliner Tageszeitung 24/7 nennen. Wie passend, dass an diesem Mittwochabend also Jan-Eric Peters, seit 2010 Chefredakteur der WELT-Gruppe, Gast des Studium generale ist.

Tiefenentspannt: WELT-Chefredakteur und ASA-Gründer Jan-Eric Peters
Im Gegensatz zu mir sieht Peters allerdings erholt aus und wirkt tiefenentspannt – dabei besteht seine Arbeitswoche als Chefredakteur der WELT-Gruppe zumeist aus sechs Arbeitstagen, die praktisch immer erst nach 20 Uhr enden. Schnöden Alltag gebe jedoch es so gut wie nie, sagt er. Kein Tag sei wie der andere.
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Autor: student Kategorie: A bis Z, Gäste der Akademie, Medienmacher zu Besuch, Zukunft des Journalismus | Keine Kommentare »
14.3.2012
Ha! Zwei Drittel aller Blog-Leser erwarten jetzt einen Text über den psychischen Zustand des deutschen Journalismus. Weit gefehlt – hier geht es um Möbel und das damit verbundene Ökosystem. Wir sind nämlich drauf und dran, eine neue Wohnzimmer-Medienkultur zu etablieren – jenseits von Erdnussflips, “Dalli, Dalli” und Yucca-Palme.

Tablet rules the coffeetable? (Bild: Playbook by ®BlackBerry; Montage)
Mediennutzung@home – das war bisher TV-Programm von der Stange, nach Uhrzeit geregelt, später immerhin flexibilisiert mittels Videorecorder und DVD. Hinzu kamen Coffeetable-Books, die niemand las – und immer stärker und immer mehr das Smartphone und sein großer Bruder, das Tablet.
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Autor: amayer Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | 1 Kommentar »
8.3.2012
Auf dem Tisch steht eine Schale Gummibärchen. Daneben zwei Flaschen Coke Zero. Team 11 ist bereit für Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG.

Es ist Dienstag, 18 Uhr. Der Vorabend zur neuen Bilanzpressekonferenz. Der CEO wird am nächsten Tag wieder Rekorde verkünden. Rekorde – die ist man bei Axel Springer schon seit vielen Jahren gewohnt.
Doch diese Bilanz ist eine besondere.
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7.3.2012
Das Institute for Cultural Diplomacy (ICD) pflegt ein gekonntes Understatement. Wenn man am Ku´damm 208 vorbeiläuft, deutet zunächst nichts darauf hin, dass sich im dritten Obergeschoss eine Perle der Diplomatie verbirgt. Vorbei an Postkartenständern und Touri-Buden führt erst am Ende der Passage im neuen Kudamm-Karree ein Aufzug hinauf, wo das ICD zum Berlin Freedom of Expression Forum geladen hat.

Die CvDs von 20zwoelf, Alexandra Zykunov und Max Boenke (Team 10) mit Rudolf Porsch, Vize-Direktor der Akademie
Die Liste der Redner lässt die Ambitionen des Instituts um seinen äußerst smarten Boss Mark Donfried ahnen: Kathleen Carroll, Vizepräsidentin von Associated Press aus New York und der britische Botschafter für Usbekistan, Craig Murray, sind eingeladen ebenso wie Professor Gavin Phillipson von der Durham Law School oder John Hemming, Member of the British Parliament. Und die Axel Springer Akademie mit ihrem Projekt 20zwoelf.
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6.3.2012
Das Kleid rot, das Armband golden, die Schuhe aus feinem Leder, das Gesicht hübsch und frisch. So kommt Sahra Wagenknecht, Vizechefin der LINKEN und Freundin Oskar Lafontaines, zur Diskussion an die Axel Springer Akademie, in unseren „Roten Salon“, wie passend. Allein die Tatsache, dass sich die Genossin den 20 neuen Haifischinnen und Haifischen des bei der LINKEN nicht gerade wohl gelittenen Springer-Imperiums stellt, nötigt Respekt ab.

Rotes Kleid im Roten Salon: Sahra Wagenknecht mit Moderatorin Ricarda Biskoping von Team 11 (Foto: Nadja Lucas)
Zur Erinnerung: Wagenknecht trat ein halbes Jahr vor dem Mauerfall der SED bei, bezeichnete 1992 die Mauer als “notwendiges Übel” und war noch 2010 Mitglied der Kommunistischen Plattform.
Nun ist sie hier, ihr neuester Buchtitel “Freiheit statt Kapitalismus” liegt voll im wirtschaftskriselnden Trend und zeugt von Chuzpe.
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24.2.2012
Tamer Ergün Yıkıcı liebt Sprache. Er ist kein Mann weniger Worte – das wäre für ihn als Geschäftsführer des ersten deutsch- und türkischsprachigen Radiosenders in Deutschland Metropol FM auch unwirtschaftlich.

Tamer Ergün, mit den Moderatoren Lena Kappei und Stefan Mair von Team 11 (Foto: Nadja Lucas)
Doch während Politiker, Wissenschaftler und Verbände den Fokus erfolgreicher Integrationspolitik immer allein auf das Erlernen der deutschen Sprache legen, verfolgt Yıkıcı einen anderen Ansatz. Bildung durch Informationen. “Ohne Informationen ist eine Integration nicht möglich”, so sein Credo.
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21.2.2012
Diplomaten reden viel, ohne viel zu sagen. Sie wirken seriös, selbstbewusst, stark. So stellt man sich das vor. Doch wirklich gute Diplomaten können auch anders. Schwach, zum Beispiel. Mensch sein. Der ungarische Botschafter Jószef Czukor, das wissen wir seit seinem Besuch an der Akademie, ist so ein Meister seines Fachs.

Jószef Czukor zu Gast an der Axel Springer Akademie (Foto: Nadja Lucas)
Der promovierte Jurist und ehemalige Geheimdienst-Chef ist ein wuchtiger Mann. Er ist groß und kompakt, genau wie der Sessel, in dem er sitzt. Es passt. Mann und Sessel sind eine Einheit. Dort, wo andere schon beim Studium generale an der Akademie versanken, macht er es sich bequem und öffnet eine Flasche Cola.
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17.2.2012
Der Umsatz mit mobilen Datendiensten lag 2011 in Deutschland bei 7 Mrd. Euro. Allein mit In-App-Werbung sollen bis 2013 fast 180 Mio. Euro erlöst werden. Die App-Economy ist da, und sie ist ein Millardengeschäft. Und eine Millionenchance für Deutschlands Medienmacher, wie diese Woche auf einer Sonderveranstaltung der Medientage München deutlich wurde.

“Vergesst den Browser, setzt komplett auf Apps”, appelierte Michael Schade in seiner Keynote.
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14.2.2012
Zugegeben: Vor diesem Studium Generale hatten die meisten von uns kein gutes Gefühl. Gast war der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Thomas Krüger. Klingt nach einem bürokratischen Beruf. Wie wollten wir 90 Minuten lang ein interessantes Gespräch mit Herrn Krüger führen?

Thomas Krüger, Präsident der bpb, mit den beiden Moderatoren Stefanie Enge (l.) und Jan Vollmer (r.). Foto: Nadja Lucas
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8.2.2012
Datenjournalismus – die redaktionelle Suche nach der Story-Nadel im Zahlen-Heuhaufen – ist das neu? Nein, denn die Ursprünge des “data journalism” reichen zurück in die Lochkarten-Ära der 1950er-Jahre. Und doch hat die Local Web Conference 2012 deutlich gemacht: Es gibt viel auf- und nachzuholen, gerade hierzulande.
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3.2.2012
“Da müssen wir den Workflow noch ein wenig anpassen!” Solche oder ähnliche Sätze sind auf den Fluren der Redaktionen häufig zu hören. Frage ist nur: Wer in unserer Multi-Channel-Publishing-Welt hat ihn ausgesprochen?

Workflow-Management aus dem Mund eines Redakteurs meint in der Regel etwas völlig anderes als wenn ein Kollege aus der Produktentwicklung Online darüber spricht.
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Autor: Gastblogger Kategorie: A bis Z, Zukunft des Journalismus | Keine Kommentare »